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“Harro Harring von Ibenshof ist wohl die auffälligste Persönlichkeit, die Wobbenbüll hervorgebracht hat. Dieser “Odysseus der Freiheit”, wie Biographen ihn nannten, war zeit seines Lebens stolz auf die friesische Heimat”.
“Am 28. August 1798 - am selbigen Tage, an welchem Goethe seinen Geburtstag feierte - ward ich auf dem Gute Ibenshof geboren. Ibenshof lag eine Stunde nördlich von Husum unmittelbar an der Scheidung der sogenannten Friesischen Marsch und der sogenannten Geest.” So berichtet Harro Harring selbst in seinen Kindheitserinnerungen über die Heimat. Harring lebte ein bewegtes Leben. Nach dem Tod des Vaters geriet die vormalige Deichgrafenfamilie in Not. Der junge Harro wurde Schreiber auf dem Zollamt in Husum. Nächste Station auf seinem Weg war 1817 die Kopenhagener Kunstakademie, zwei Jahre später nahm Harring in Dresden Kontakt zum radikalen Flügel der Burschenschaft auf. Seine sich immer weiter festigenden Überzeugungen von der Freiheit und der Notwendigkeit, die bestehenden monarchischen Herrschaftsverhältnisse auf revolutionärem Weg zu ändern, manifestierten sich 1821/22 in der Teilnahme am Freiheitskampf der Griechen gegen die türkische Herrschaft und in der Mitwirkung am polnischen Freiheitskrieg 1828 bis 1830.
Von nun an stand Harro Harring stets in vorderster Linie der europäischen bürgerlichen Freiheitsbewegung. Durch revolutionäre Schriften, vor allem Gedichte, durch journalistische Tätigkeit und durch zahlreiche Reisen, die den Revolutionär oft genug an die Brennpunkte des politischen Geschehens führten, wirkte er an den demokratischen Entwicklungen des bewegten 19. Jahrhunderts mit. Bis nach New York und Rio de Janeiro führte ihn sein Weg.
Auf dem Hambacher Fest von 1832, der größten Demonstration der deutschen Demokraten in jenen Jahren, verweigerte man Harring die Wahl in einem geplanten deutschen Nationalkonvent, da er als Schleswiger dänischer Untertan sei. Darüber verbittert wandte Harro Harring sein Engagement Skandinavien zu.
Seine nationale Heimatlosigkeit erfuhr am 23. Juli 1848 einen Höhepunkt. Die nationale Begeisterung des Revolutionsjahres hatte auch Nordfriesland erreicht; an jenem Tag fand in Bredstedt eine große politische Versammlung statt. Harro Harring, nach langen Jahren in seine friesische Heimat zurückgekehrt, rief zur Gründung einer nordfriesischen Republik auf. Bei den in ihrer Mehrheit deutschnational bzw. schleswig-holsteinisch gesinnten Zuhörern traf dieser Vorschlag zu Harrings abermaliger Enttäuschung auf wenig Gegenliebe.
Rastlos und kompromisslos zeigte sich Harro Harring im Eintreten für seine Vorstellung von Demokratie. Dass er in diesem Kampf mehr Niederlagen und Rückschläge als Siege und Erfolge erlebte, mindert nicht Harrings Bedeutung für die demokratische Bewegung in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Sein vielgestaltiger und letztlich tragischer Weg endete im Jahr 1870 auf der Kanalinsel Jersey, wo der nordfriesische Revolutionär für seine letzten Lebensjahre Asyl gefunden hatte. Harro Harring starb durch eigene Hand am 15. Mai 1870.
Die Insel Jersey setzte ihm ein würdiges Denkmal:
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